Beitrag in "my heimat" zum 30-jährigen Bandjubiläum:

30 Jahre 12th Street Jazz Connection

Landsberg: Waldwirtschaft Sandau | 30 Jahre 12th Street Jazz Connection
„Banjospieler aus Utting sucht Gleichgesinnte zum Jazzen“ war der Text einer Kleinanzeige in der Rubrik Musik im Landsberger Tagblatt Anfang 1981. Anfang 1982 war es dann soweit, ein Trompeter aus Landsberg mit seinem Posaune spielenden Schulfreund, am Bass ein Dießener Töpfer und am Schlagzeug ein Zahnarzt aus Gilching. Von Anfang an stimmte die Chemie, pardon, die Harmonie. Der Name der Band war schnell gefunden, weil alle über die damalige „Bundesstraße 12“ zum Proben kamen. Ebenfalls das Repertoire mit Happy Dixie; traditionelle Stücke aus New Orleans. In dieser Tradition sieht sich die 12th Street Jazz Connection dem klassischen Jazz verbunden, der in New Orleans und später in Chicago seinen Anfang nahm. Blues und Swing, Märsche aber auch creolische Lieder gehören zum Repertoire der Band und sie intoniert diese Stücke auf ihre eigene Art. Denn im Satz eingeübte Passagen und vor allem die Improvisation stehen beim Zusammenspiel im Mittelpunkt. Ihre großen Vorbilder sind u. a. Louis Armstrong, Sidney Bechet, Eddie Condon und Gene Grupa. Wohltuend ist aber, dass die 12th Street Jazz Connection nicht versucht, einen ganz speziellen Stil oder bestimmte Vorbilder nachzuahmen. Ohnehin kann die Musik, wie sie vor knapp 100 Jahren in Amerika gespielt wurde nicht wieder auferstehen. Die Band kopiert nicht, vielmehr hat sie einen eigenen Stil entwickelt. Die Landsberger Jazzer setzen mit ihrer klassischen Ausbildung und auch vor einem anderen sozialen Hintergrund neue Akzente. Insofern spielen sie nicht nur klassische Stücke sondern haben auch bekannte Evergreens in ihrem Repertoire.
Heute spielen als Gründungsmitglieder Klaus Schmidt Trompete & Flügelhorn und Ralf-P. Hazebrouck Klarinette und Sopransaxophon als Gründungsmitglieder. Bei den anderen Bandmitgliedern gab es durch berufliche oder private Gründe Wechsel. Das Gründungsmitglied am Banjo ist leider bereits viel zu früh verstorben. Hinzugekommen ist deshalb Hans Fuchs an der Gitarre; vielen bekannt durch die Band Dampflok. Am Sousaphon & Kontrabass spielt Stani Johne aus München und am Schlagzeug sitzt seit kurzem Gustav Adam, bekannt von der Rezzina Band. Die Band spielt inzwischen auf vielen Veranstaltungen der Stadt und des Kreises Landsberg, wie z. B. im Stadtmuseum und auf dem Töpfermarkt. Auch vertrat sie Landsberg bei den Bayernchampions im Fernsehen. Bei den drei Landsberger Hot Jazz Festivals 1998, 2001 und 2003 war die Band Gastgeber. Für viele Vereinsfeste, Hochzeiten Geburtstagen, Jubiläen wird die Band oft engagiert. Und seit einem Jahr spielt die Band nahezu jeden ersten Sonntag in der Waldwirtschaft in Sandau zum Brunch. Außerdem sind im Sommer schon wieder einige Sonntags-Frühschoppen in der Alten Villa in Utting fest eingeplant.
Gefeiert wird natürlich das 30-jährige Bestehen der Band mit zahlreichen Bandmitgliedern aus früheren Tagen am Samstag, 14. Juli 2012 in Sandau in der Waldwirtschaft, ab 17:00 Uhr. Gäste sind herzlich willkommen.

Zum 25-jährigen Bandjubilkäum schrieb das Landsberger Tagblatt:

25 Jahre ganz im Zeichen des Jazz

12th Street Jazz Connection Jubiläumskonzert am 20. Oktober im evangelischen Gemeindehaus Landsberg Landsberg (lt) "Baniospieler aus Utting sucht Gleichgesinnte zum Jazzen" - diese Anzeige im Landsberger Tagblatt Anfang 1981 stach Klarinettist Rail-P. Hazebrouck sofort ins Auge.
Ein Telefongespräch später war klar, dass man sich auf einer Wellenlänge befand - das war der Beginn der "12th Street Jazz Connection", die am Samstag, 20. Oktober, mit einem Konzert im Gemeindehaus der Christuskirche Landsberg ihr 25. Jubiläum feiert. Ende 1981 war ein Trompeter aus Landsberg gefunden, der seinen Posaune spielenden Schulfreund mitbrachte. Am Bass spielte ein Freund aus Diesen und am Schlagzeug trommelte der Zahnarzt des Banjospielers. Von Anfang an, sagt Ralf-P. Hazebrouck, stimmte die Harmonie.
Es entstand die "12th Street Jazz Connection" - weil jedes Bandmitglied die "Bundesstraße 12" nutzte, um zum Proben zu kommen.
Das Repertoire war mit Stücken aus dem alten New Orleans schnell gefunden.
Dominierend beim Spiel ist die Improvisation. Die Trompete spielt das Thema, das die Klarinette mit feingliedrigen Läufen umrankt und die Posaune mit Basstönen untermalt. Harmonisch hält das Banjo die Band zusammen und das Schlagzeug hält den Takt. Das Ganze wird vom Bass kraftvoll akzentuiert.
Ist das Thema beendet, beginnt der eigentliche Jazz: Jedes Bandmitglied kann das Thema nach seiner Auffassung interpretieren. Wichtig ist die Freude am Spielen - das spüren die Zuhörer schnell beim ,,Happy Dixie" der ,,l2th Street Jazz Connection".
Leider, berichtet Hazebrouck, gab es im Lauf dieser 25 Jahre aufgrund beruflicher Veränderungen oder durch Todesfälle immer wieder Wechsel bei den Musikern. Doch die Band blieb bestehen.
Schon Tradition hat der Frühschoppen-Jazz zum Belagerungsfest am Bayertor.
1998 unterstützte die Band Landsberg bei den Bayernchampions im Fernsehen und stellte die "Landsberg Hymne" vor.
Bei den Landsberger Hot Jazz Festivals war die „l2th Street Jazz Connection" ebenfalls vertreten.
Andere Anlässe - Veranstaltungen von Vereinen, im Stadtmuseum, im Landsberger Bahnhof oder der Stadt - umrahmt die Band immer wieder musikalisch.

Die Bandmitglieder: Ralf-P. Hazebrouck (Klarinette), Klaus Schmidt / Theo Geßl (Trompete), Hans Fuchs (Gitarre), Stani Johne (Sousaphone) und Patrik Miller (Schlagzeug).


12th Street Jazz Connection

Gemeindehaus der Christuskirche Mitreißender Rhythmus zum 25.

Landsberg ( gum ) Das Konzert zum 25. Bestehen der 12th Street Jazz Connection" im Gemeindehaus der Christuskirche Landsberg war ein toller Erfolg.
Zur Geburtstagsfeier der Band waren zahlreiche ehemalige Mitspieler gekommen und zeigten eindrucksvoll, dass sie nichts verlernt haben. Pfarrer Detlev Möller wünschte gute Unterhaltung und erklärte, der freiwillige Eintrittspreis diene einem guten Zweck: "Sehr lobenswert, dass die Musiker umsonst spielen." Doch Bandleader Ralf-P. Hazebrouck verbesserte: "Wir spielen kostenlos, ohne Gage.. Ich hoffe, nicht umsonst, sondern zur guten Unterhaltung." Pfarrer Möller entschuldigte sich: "Pfarrer predigen manchmal umsonst."
Mit dem ',Royal Garden Blues" wurde die "alte Dame" - die Christuskirche feierte den 93. Geburtstag - revitalisiert und der Funke sprang auch gleich auf das Publikum über. Für den ersten Schlagzeuger Charly Bergmann spielte die 12th Street Jazz Connection dessen Lieblingsstück "After you've gone", durch das Louis Armstrong bekannt wurde. Bei allen Zuhörern wippten Hände und Fülle mit, dem mitreißenden Rhythmus der ',Happy-Dixie"-Mischung aus flottem Swing, Dixie und Jazz konnte sich kaum einer entziehen. Nicht nur nach jedem Stück, sondern auch zwischendurch gab es kräftigen Applaus für die jeweils toll präsentierten Soli der einzelnen Instrumentalisten. Die Band war bestens aufgelegt und hervorragend eingespielt. Die führende Klarinette von Ralf-P. Hazebrouck gab das Thema meist an die Trompete von Klaus Schmidt weiter, der wiederum weitergab an die Jazzgitarre von Hans Fuchs und den Bass oder das Sousaphone von Stani Johne. Für den jeweilig richtigen Rhythmus sorgte das jüngste Bandmitglied Patrik Miller am Schlagzeug.
"Unsere Stücke sind recht kurz", erklärte Hazebrouck, "wir spielen nicht die bekannten Stücke aus dem "Real Book", sondern früheren Jazz. Damals hatten die Schellackplatten nur eine knapp zweiminütige Spielzeit, deshalb durften die Stücke nicht länger sein." Umso mehr Titel könne die Band präsentieren. Eine spezielle Einlage waren die Hits "Bei mir bist Du schön" und ,,Ain't she sweet", die Jazzsängerin Edith Fuchs zusammen mit der 12th Street Jazz Connection präsentierte. Ein weiterer Höhepunkt war die Vorstellung ehemaliger Bandmitglieder. "Erster Drummer war Charly Bergmann, meine Klarinette übernahm häufig Hans Enzensberger" ' erklärte Ralf-P. Hazebrouck. Die Jazzgitarre spielte früher Thomas Ringmayr und am Piano begleitete Wolfgang Meister. "Bei vielen Auftritten gab's damals kein Klavier, da war der Thomas dann leider überflüssig", meinte der Bandleader, "aber heute zeigt er wieder sein Können. Und last, but not least unser Heini Seelos am Bass, der immer mit Leib und Seele dabei war." Die Ehemaligen begleitete nur noch Klaus Schmidt mit der Trompete.
Auch wenn sie lange nicht mehr gemeinsam auftraten, sie spielten wie aus einem Guss und erhielten dafür kräftigen Applaus. "Die einzige Schwierigkeit gibt's nur vor jedem Titel, bis wir uns auf eine Tonart geeinigt haben", erklärte Klaus Schmidt.
Die Oldie-Band begeisterte derart, dass sie am späten Abend noch einmal zu den Instrumenten greifen musste. Dabei machte dann auch Ralf-P. Hazebrouck wieder mit und harmonierte prächtig mit der zweiten Klarinette von Hans Enzensberger. Das Konzert gestaltete sich zu einer riesigen, mitreißenden Session.
Zum abschließenden ,,When the saints go marching in" meinte eine ältere Zuhörerin: "Das ist halt Musik, die uns Alte immer noch mitreißt."